Kein schöner Land? Auf Spurensuche nach den Anfängen des neuen deutschen Nationalismus Kopie 1
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Es gab einmal eine Zeit, da galt es geradezu als unanständig, sich in der Öffentlichkeit selbstbewusst als Deutscher erkennen zu geben. Jeder Versuch von Seiten konservativ politischer Kreise den nachkriegsdeutschen Diskurs um das Thema nationaler Interessen zu erweitern, löste im linksliberalen Lager erbitterte Gegenwehr aus. „Nie Wieder“ war die Antwort auf die Verbrechen des völkermordenden Dritten Reichs. Die Friedenspolitik von Willy Brandt - ikonisch dokumentiert durch die Bilder des knieenden Kanzlers am Warschauer Holocaust-Denkmal - ließ für nationalistische oder gar patriotische Gefühle keinen Raum. Was für ein Unterschied zu den Bildern und Sprechchören von heute! Wie kam es zur Rückkehr von Schwarz/Rot/Gold nicht nur in die Sportarenen, sondern zunehmend auch in den ideologischen Werkzeugkasten der Rechten und Rechtsextremen? War die Idee vom dauerhaft geläuterten Deutschen vielleicht nichts als frommer Selbstbetrug?
- Trainer*in: Johannes von Dohnanyi