Henry Ford hat angeblich einmal behauptet, dass  „it is well enough that people of the nation do not understand our banking and monetary system, for if they did, I believe there would be a revolution before tomorrow morning.“ Tatsächlich ist es angesichts der zentralen gesellschaftlichen Bedeutung des Geldes in der Tat bemerkenswert, wie wenig wir die fundamentalen Mechanismen des Geldsystems durchdringen, von dem wir doch ausnahmslos abhängen. In diesem Seminar werden wir keine Revolution anstoßen, aber zumindest einige grundlegende Fragen zur Verfasstheit des Geldes angehen. Was ist überhaupt unter Geld zu verstehen, wenn wir damit nicht bloß Münzen und Scheine meinen? Wer bringt Geld in die Welt, und welche Funktionen kann oder soll es erfüllen? Wie verändert Geld die Organisation wirtschaftlicher Kooperation? Wie beeinflusst Geld die Einstellungen und Relationen derjenigen Personen, die in von Geld bestimmten Gesellschaften leben?

Primär werden wir diese Themen anhand der Lektüre klassischer Beiträge (etwa von Marx oder Simmel) zur Philosophie des Geldes erarbeiten. In begrenztem Umfang werden wir auch Einblicke in gegenwärtige systematische Debatten einbeziehen.

Besondere Vorkenntnisse sind nicht vonnöten. Ein Lektüreplan wird zu Beginn des Semesters bereitgestellt. Der Besuch der konstituierenden Sitzung ist Voraussetzung der Teilnahme am Seminar. 

Überblicke zu den behandelten Fragen finden sich etwa in

Ingham, Geoffrey. Money. Ideology, History, Politics. Polity Press, 2020

de Bruin, Boudewijn, Lisa Herzog, Martin O’Neill, and Joakim Sandberg. Philosophy of Money and Finance. The Stanford Encyclopedia of Philosophy. Edward N. Zalta (Hg.)

https://plato.stanford.edu/archives/win2020/entries/money-finance/