Friedrich Nietzsche (1844-1900) war ein einflussreicher wie kontroverser Denker unter den deutschsprachigen Philosophen. Seine 1887 veröffentlichte Schrift Zur Genealogie der Moral sticht als wichtiges Werk in Nietzsches Denken hervor, in welchem er erstmals systematisch seine Ablehnung der bisherigen metaphysischen und moralphilosophischen Traditionen und, insbesondere im europäischen Kontext, deren Verbindung zur christlichen Religion ausdrückt.

Als Fortführung des hauptsächlich aphoristisch verfassten Jenseits von Gut und Böse soll die Genealogie eine systematische Auseinandersetzung mit der Entstehung des moralischen Denkens sein. Wie viele andere Schriften Nietzsches zeichnet sie sich aber ebenfalls durch einen oft polemisch anmutenden Stil aus, der das Werk unzugänglich erscheinen lassen kann.

Ziel des Basisseminars ist es daher, in einer textnahen wie auch kritischen Lektüre die wichtigsten Aspekte von Nietzsches Überlegungen in Zur Genealogie der Moral kennenzulernen, seine Position (auch im Kontext ihrer Zeit) nachzuvollziehen, aber auch Einwände gegen diese kennenzulernen. Abschließend wird auf den Anschluss der Genealogie zu heutigen philosophischen Debatten eingegangen.