Im Zuge der Herausbildung der modernen Wirtschaftstheorie setzen sich einige Autoren eingehend mit der Bestimmung angemessener Methoden für diese Disziplin auseinander. Ist die Ökonomie eine Wissenschaft, die nach dem Vorbild der Naturwissenschaften verfahren kann? Haben ökonomische Theorien primär die Aufgabe, Vorhersagen zu treffen oder Erklärungen zu liefern? Gibt es ökonomische Gesetze und Ursache-Wirkungs-Beziehungen? Welches Menschen- und Gesellschaftsbild sollte die Ökonomie voraussetzen, und gibt es wert- und normfreie Ökonomie? Wir werden uns im Seminar nur mit einem Ausschnitt grundlegender Fragen befassen, die hinsichtlich der Methoden der Wirtschaftstheorie zu stellen sind, und fokussieren hierbei vorwiegend auf die Perspektive klassischer Autoren wie etwa Adam Smith, John Stuart Mill oder Karl Marx. Diese Beiträge der "politischen Ökonomie", die in ihrem Selbstverständnis eine weiter gefasste Gesellschaftstheorie entwirft als die zeitgenössische Ökonomik, werden im Laufe des Semesters gleichwohl mit Blick auf ihre systematische Relevanz für die gegenwärtige Wirtschaftstheorie gelesen. 

Eine Übersicht über den Verlauf des Seminars und die behandelte Literatur wird zu Beginn des Semesters in der konstituierenden Sitzung des Seminars bereitgestellt. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich, wohl aber die Bereitschaft zur Vorbereitung und Mitarbeit in den Diskussionen in der Veranstaltung.

Literatur

Zum Vorgeschmack auf einige der behandelten Themen sei empfohlen: Hausman, Daniel M. "Economic Methodology in a Nutshell." Journal of Economic Perspectives, 3 (1989): 115-127.