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Das Phänomen der Selbsttäuschung beschäftigt neben Psychologie und Psychoanalyse seit langem auch die Philosophie. Denn die Frage, wie dieselbe Person zugleich Akteur und Opfer einer Täuschung sein, wie sie zugleich über ein bestimmtes Wissen verfügen und nicht verfügen kann, ist nicht leicht zu beantworten. Dabei ist Selbsttäuschung keineswegs eine seltene Psychopathologie sondern ein alltägliches Phänomen, das z.B. üblicherweise beim Vorgang der Erinnerung, dem Umgang mit Schuld oder im Zustand der Verliebtheit wirksam ist.

Das Seminar wird sich vor allem mit der Frage nach der Bedeutung des sozialen Kontextes und der Interaktion des Prozesses der Selbsttäuschung beschäftigen. Als kollektiver Vorgang verzerrter Kommunikation kann das Konzept der Selbsttäuschung vielleicht eine alternative Erklärung für gesellschaftliche Probleme bieten, die als ‚Verschwörungsnarrative‘, ‚Ressentiment‘, oder populistische bzw. ideologische ‚Verblendung‘ diskutiert werden, und mit der Schwierigkeit behaftet sind, breiten Teilen der Gesellschaft ein falsches Bewusstsein zuzuschreiben, wobei der eigene Standpunkt als privilegierte Erkenntnis vorausgesetzt wird.


Selbsteinschreibung (Teilnehmer*in)
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