Spätmittelalterliche Kleidung im Kirchenschatz von Xanten (Forschungsseminar mit Ausstellung)
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Das Xantener Chorherrenstift St. Viktor existierte über mehr als tausend Jahre, bevor es 1802 säkularisiert wurde.Von seiner Bedeutung zeugen bis heute die ehemalige Stiftskirche – umgangssprachlich auch Xantener Dom genannt – sowie die Wohnhäuser der Kanoniker und zahlreiche Nebengebäude, die eine Stadt innerhalb der Stadt bilden. In den Räumen der einstigen Stiftsschule, der Kellnerei und der Weinstube ist heute das StiftsMuseum untergebracht, das auch das StiftsArchiv und die StiftsBibliothek einschließt. Während das Archiv Urkunden, Wirtschafts- und Bauakten seit dem frühen Mittelalter umfasst, beherbergt die historische Bibliothek mehr als 15.000 Bücher vom 15.-18. Jahrhundert.
Das Museum selbst dient gewissermaßen als Schatzkammer des Doms. Hier werden neben einzigartigen Werken der Goldschmiedekunst auch Skulpturen, Gemälde und Grafiken gezeigt. Eine Besonderheit stellt der umfassende Bestand von mehr als 450 Paramenten dar, der bis ins 11. Jahrhundert zurückreicht. So lassen sich anhand der Textilien nicht nur zeittypische Veränderungen kirchlicher Gewänder, sondern auch regionale Unterschiede deutlich nachvollziehen. Durch die Lage am Niederrhein bezogen die Chorherren ihre liturgische Kleidung aus den wichtigen Kunstzentren in Belgien, den Niederlanden oder aus Köln. Zu den Highlights gehören neben der Kasel des Hl. Bernhard von Clairvaux auch die Rote und die Goldene Kapelle mit ihren kostbaren Stickereien sowie einer der wenigen erhaltenen spätgotischen Handtuchhalter. Anhand ausgewählter, bislang in der Forschung kaum bearbeiteter Textilien, Skulpturen, Gemälde und Stiche werden wir uns mit der Kleidung von Klerikern und Chorherrn vom 12. bis zum ausgehenden 16. Jahrhundert beschäftigen und die kunsthistorisch herausragenden Objekte und Schatzstücke einordnen.
Das Seminar zielt auf eine Ausstellung im Stiftsmuseum Xanten; die Seminarteilnehmer:innen legen mit ihren – gemeinsam mit dem Kurator und der Seminarleiterin erarbeiteten – Texten dafür nicht nur die wissenschaftlichen Grundlagen, sondern sie können die Ausstellung in verschiedenster Hinsicht mit gestalten, u.a. mit einem Ausstellungsbegleitheft, Objekttexten, Wandtexten oder einer Social Media-Kampagne. Im Rahmen des Seminars werden wir Einblick in die Restaurierungswerkstatt erhalten und in das Dach des Doms erhalten. Es besteht die Möglichkeit, die Ausstellung in Form von einem begleitenden Praktikum in Teilzeit mit vorzubereiten und anschließend zu begleiten.
- Trainer*in: Luisa Fahnenstich
- Trainer*in: Luca Krewani
- Trainer*in: Andrea von Hülsen-Esch