Der Dreikönigenschrein in Köln: Produktion, Programmm, Perzeption
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Im 12. und 13. Jahrhundert entstanden im Rhein-Maas-Gebiet ca. ein bis zwei Meter große, hausförmige, mit Edelmetall, Emails, Edelsteinen, Figurenprogrammen und Schmuckelementen verzierte Reliquienschreine für die menschlichen Überreste von Heiligen. Sie gehören zu den größten Goldschmiedewerken des Mittelalters und der Renaissance und befinden sich noch heute in den meisten Fällen in den Kirchen.
Der Kölner Dreikönigenschrein soll in diesem Basisseminar aus kulturwissenschaftlicher Perspektive betrachtet werden und exemplarisch in die verschiedensten Gebiete der Kunstgeschichte führen: Dazu gehören eine eingehende Beschreibung und stilistische Diskussion, eine Verortung des Schreins im Rahmen der Goldschmiedekunst und des Werkstattbetriebs des 12. Jahrhunderts, eine grundlegende Erörterung der Ikonographie mit einer Herleitung der einzelnen Motive, der Zusammenhang von Text und Bild, die Diskussion der Bedeutung aller verwendeten Materialien und der damit einhergehenden Materialität, eine funktionsgeschichtliche und rezeptionsgeschichtliche Betrachtung des Schreins bzw. von Reliquienbehältern, die Einbeziehung der kultischen Praxis und der Versuch, die Rolle des namentlich bekannten Künstlers und der übrigen mitwirkenden Goldschmiede beim Herstellungsprozess zu bestimmen. Vergleiche mit anderen Großschreinen der Region bieten weitere Eckpunkte zur Erfassung dieses außergewöhnlichen heute noch im kultischen Gebrauch befindlichen Reliquienbehältnisses.
- Trainer*in: Luisa Fahnenstich
- Trainer*in: Luca Krewani
- Trainer*in: Andrea von Hülsen-Esch