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Jena 1794: Als Goethe und Alexander von Humboldt sich zum ersten Mal begegnen, wird schnell deutlich, dass hier zwei Geistesverwandte aufeinandertreffen: Beide sind passionierte Wissenschaftler, die die Natur (neu) entdecken, analysieren und beschreiben wollen. Zugleich - und das ganz im Gegensatz zu den meisten ihrer Zeitgenoss:innen - verstehen sie die Natur auch als ein Wunder und äußerst komplexes, selbst im kleinsten Detail zusammenhängendes System, das es zu schützen gilt. Schon früh entdeckt Humboldt so die folgenreichen globalen Auswirkungen menschlicher Eingriffe in die Umwelt und spricht von dem „Menschenunfug […], der die Naturordnung stört”, während Goethe nicht müde wird, in seinen literarischen wie naturwissenschaftlichen Schriften immer wieder vor einem Umgang mit der Natur zu warnen, der nicht nur in deren Zerstörung, sondern auch in der Auslöschung des Menschen resultieren wird.

Goethes und Humboldts in vielerlei Hinsicht radikal visionäres Gedankengut ist heute aktueller denn je. Umwelt- und Klimaschutz, die Naturwissenschaften wie auch das literarische Schreiben über die Natur gründen noch immer und häufig ganz wesentlich auf Humboldts und Goethes Ansätzen. Im Seminar werden wir diesem Zusammenspiel von Ökologie, Naturverständnis und Literatur nachgehen und bis in die Gegenwart, in der sich die Frage nach einem respektvollen Umgang mit der Natur mit immer größerer Dringlichkeit stellt, nachverfolgen.

Wir lesen u. a. Texte bzw. Ausschnitte aus den Werken von Goethe, Humboldt, Hölderlin, Henry David Thoreaux, Wilhelm Raabe, Marion Poschmann, Jan Wagner, Martina Hefter


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