Politische Emotionen
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Die kognitivistische Auffassung, dass Emotionen und Rationalität nicht als Gegensatz, sondern eher als Ergänzungsverhältnis zu verstehen sind, hat sich im interdisziplinären wissenschaftlichen Diskurs der letzten Jahrzehnte weitgehend durchgesetzt. Doch was daraus praktisch folgt, ist keineswegs geklärt. So werden Emotionen im Bereich der Politik meist als Störfaktor und Hindernis für Rationalität eingeordnet. „Emotionalisierung“ und insbesondere der Einfluss von Wut, Hass und Ressentiment werden als Effekt populistischer Manipulation, einer Fehlentwicklung sozialer Medien und als Gefährdung der Demokratie gesehen. Für die meisten politischen Theorien der Demokratie sind rationale Argumentation und Entscheidung, nicht aber Emotionen zentral. Lässt sich dieser Widerspruch durch die Unterscheidung von guten und schlechten, positiv und negativ wirkenden Emotionen auflösen? Kann man zwischen einem für Demokratie förderlichen und einem schädlichen Einsatz von Emotionen unterscheiden? Oder muss die Auffassung rehabilitiert werden, Emotionen seien eher im privaten als im öffentlichen Bereich angebracht? Das Seminar wird sich sowohl mit kognitivistischen Emotionstheorien als auch mit aktuellen Texten zum Verhältnis von Politik und Emotionen beschäftigen.
- Trainer*in: Simone Dietz
- Trainer*in: Simone Dietz
- Trainer*in: Charlotte Recktenwald