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Der in Ecuador lebende Anthropologe Eduardo Kohn vertritt in seinem Buch „Wie Wälder denken“ (2013) die These, Wälder seien als bedeutsames Zeichensystem ebenso sehr Geist wie Materie. Ein ähnliches Konzept des Waldes als kommunizierendes Netzwerk wurde bereits in den 1990er Jahren von der kanadischen Forstökologin Suzanne Simard entwickelt und seitdem von verschiedenen Seiten aufgegriffen. In Deutschland gelangte diese Idee durch Peter Wohllebens Bestseller („Vom geheimen Leben der Bäume“ 2015) zu populärer Verbreitung. Welche Bedeutung hat das Konzept des Waldes als denkendes und kommunizierendes System für unser Selbstverständnis als Menschen? Folgt daraus eine überfällige Korrektur des Monopol-Anspruchs, das einzige vernunft- und sprachbegabte Wesen zu sein? Oder handelt es sich bei der neuesten Waldphilosophie nur um eine an Kitsch grenzende Vermenschlichung natürlicher Prozesse, die vor allem psychologisch als Ausdruck menschlicher Sehnsüchte zu deuten ist? Wie kann die Philosophie der dramatischen Veränderung unserer natürlichen Umwelt (Klimawandel, Artensterben, Erschöpfung wichtiger Ressourcen) angemessen begegnen? Ist ein Umdenken zu einem neuen Natur- und Selbstverständnis erforderlich, das statt der Differenz die Gemeinsamkeiten der Menschen mit der übrigen Natur in den Mittelpunkt stellt, und so zu einer verträglicheren Lebensform führen kann? Oder ist vielmehr eine konsequentere Berücksichtigung naturwissenschaftlicher Forschungsergebnisse im Hinblick auf die Zukunft der Menschen erforderlich – ohne Abkehr vom bisherigen anthropozentrischen Weltbild?


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