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Erzählen gilt als ‚anthropologische Universalie‘. In jeder Kultur, in jeder Gesellschaft wird erzählt, und zwar keineswegs allein in literarischen Texten, sondern in nahezu allen Bereichen des Alltags. Erzählen konstituiert und vermittelt Wissen, ordnet und hilft auch, die Welt zu verstehen. Der Mensch hat nicht nur die Fähigkeit, an sich kontingente Erfahrungen in einer zeitlich strukturierten sinnhaften Erzählung zusammenzuschließen, sondern offensichtlich auch das Bedürfnis, dies zu tun. Erzählen ist eine Grundlage des menschlichen Zusammenlebens.

Was es im Einzelnen bedeutet ‚zu erzählen‘, dazu gibt es verschiedene Theorien. Unter Berücksichtigung unterschiedlicher Ansätze nimmt das Seminar Formen des Erzählens in den Künsten, den Wissenschaften und in der Gesellschaft in den Blick. An Beispielen aus der Lyrik, der Musik und dem Comic, aus Medizin und Psychologie und aus der Politik wird unter anderem gefragt, wie intermediales Erzählen funktioniert, unter welchen Bedingungen der Arztbrief erzählend fungiert und zu welchem Zweck mitunter in der politischen Rede erzählt wird. Begleitet wird das Seminar von drei Abendvorträgen im Haus der Universität zu aktuellen Tendenzen in der Erzählforschung.

Voraussetzung für die Teilnahme am Seminar ist die Bereitschaft zur Lektüre – auch umfangreicher – theoretischer Texte.

Zur Einstimmung empfohlen:

Martin Huber: Erzählen. In: Grundthemen der Literaturwissenschaft: Erzählen. Hg. von Martin Huber und Wolf Schmid. Berlin/Boston 2018, S. 3–11.


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