BVM 2b – Tod und Sterben in der Literatur des langen 19. Jahrhunderts
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Von Schauerromantik über Dantons Tod bis zu den Sonetten an Orpheus
werden wir uns in diesem Seminar die Entwicklung in der Behandlung des
Themas Tod und Sterben in der Literatur des langen 19. Jahrhundert
ansehen. Zunächst werden wir uns fragen, wie die unterschiedlichen
literarischen Gattungen mit dem Motiv Tod und Sterben umgehen. Welcher
poetologische Unterschied besteht zwischen dem Tod einer Figur im Drama
zum Besingen der toten Geliebten in der Lyrik? Welche Beziehungen bauen
historische Romane zu den Toten auf? Wann und unter welchen Umständen
entsteht der Schauerroman? Anleitend für unsere Lektüren wird dabei
stets die Frage sein, was die Genealogie in der Behandlung des Themas
uns über sich verändernde Haltungen zu Tod und Sterben im Laufe des 19.
Jahrhunderts verrät. In welchen Phasen der Literaturgeschichte des 19.
Jahrhunderts werden Tod und Sterben besonders virulent? Und wodurch
lässt sich diese Virulenz erklären? Spielen hier eher historische,
ethische oder ästhetische Faktoren eine Rolle? Können etwa Krisen des
Sprechens und Schreibens auch als Momente des Todes in der Literatur
beschreiben werden? Welche Beziehung weist Erotik und Tod im 19.
Jahrhundert auf? Welche Rolle spielt die medizinische Konzeption des
Todes für seine literarische Konzeption? Fortlaufend soll dabei die
kulturgeschichtliche These einer zunehmenden Verdrängung des Todes einer
kritischen Überprüfung unterzogen werden.
- Trainer*in: Philippe Roepstorff-Robiano