Zwischen Intertextualität und (Film-)Montage: Kulturgeschichtliche Perspektiven des Zitat-Begriffs
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Walter
Benjamin wollte die „Kunst, ohne Anführungszeichen zu zitieren, zur höchsten
Höhe entwickeln“. Damit wollte er auf das Potenzial von Zitaten als
ästhetisches Verfahren hinweisen. Das Zitat ist in der Kulturgeschichte
natürlich schon spätestens seit der Antike von Bedeutung. So ist die Funktion
des Zitats als Quellen-Verweis und Mittel der Autorität auch bis heute noch
recht stabil geblieben.
Das Seminar möchte versuchen das Zitat eben als jene von Benjamin angesprochene
künstlerische Form zu beleuchten und die erkenntniskritischen Möglichkeiten
ergründen. Da das Zitat eigentlich in allen künstlerischen Disziplinen eine
Rolle spielt, gilt es sich in dem Seminar etwas zu begrenzen:
Nach einem kurzen Abriss zur Kulturgeschichte des Zitats soll vor allem ein
theoretisches Fundament zur Ästhetik des Zitats an Walter Benjamin und
Hans-Jost Frey erarbeitet werden. Erweitert wird dieses mit der Einführung der
Begriffe „Intertextualität“ und „Montage“ in unsere Überlegungen. Anschließend
werden ausgewählte literarische Texte von Arno Schmidt, Walter Kempowski und
anderen auf den erarbeiteten Zitat-Begriff hin diskutiert.
In einem letzten Teil soll zumindest exemplarisch ein Medientransfer auf die
Bedeutung des Zitats im Film mit einzelnen Beispielen besprochen werden.
- Trainer*in: Bernard Hoffmeister