BMF 2a/b Der Tod in Venedig, Düsseldorf, Rom und Varanasi: Thomas Mann, Wolfgang Koeppen, Geoff Dyer
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Die 1911 erschienene Novelle Der Tod in Venedig über den alternden Schriftsteller Gustav von Aschenbach zählt zu den bekanntesten und am häufigsten interpretierten Texten Thomas Manns und hat in Corona-Zeiten aufgrund der Thematisierung der Cholera-Epidemie eine besondere Aktualität gewonnen. Im Seminar soll jedoch die produktive Rezeption der Novelle im Vordergrund stehen. Neben der Verfilmung durch Luciana Visconti werden wir uns dabei auch mit Manns später Novelle Die Betrogene beschäftigen, die in Düsseldorf spielt und das ›weibliche‹ Gegenstück zu dem früheren Text darstellt. Bereits durch ihren Titel sind zudem Wolfgang Koeppens Der Tod in Rom sowie Geoff Dyers Sex in Venedig, Tod in Varanasi auf Manns Novelle bezogen. Während in Koeppens Roman die Künstlerproblematik zum Ausgangspunkt einer kritischen Analyse der Mentalitäten im Nachkriegsdeutschland wird, transformiert Dyers parodistischer Text den Nietzscheanischen Gegensatz des Apollinischen und des Dionysischen zum Freudianischen Grundkonflikt der beiden Urtriebe Eros und Thanatos.
- Trainer*in: Florian Trabert