- 教官: Marcel Roth
Der Radiobeitrag
Radioreporter müssen viele Formate beherrschen: Moderationen mit O-Tönen, Kollegengespräche und gebaute Beiträge mit O-Tönen und Atmo. Letztere gelten bei Radiosendern oft als das klassischste Radioformat. Wodurch zeichnet sich ein gut gemachtes Radioformat aus? Wie sieht vor allem ein guter Radio-Text aus? Am Ende des Seminars hat jeder Teilnehmer einen eigenen Radiobeitrag gemacht: recherchiert, Interviews geführt, O-Töne und Atmos aufgenommen, geschnitten, getextet und produziert.
Die Aufnahmen sollen die Teilnehmer selbständig vor dem Wochenend-Termin machen.
Das ersten Treffen wird remote stattfinden. Darin geht es um die Grundlagen. Das erste Treffen ist verpflichtend!
Um O-Töne und Beitragstext aufzunehmen, wird ein Aufnahmegerät des Instituts oder ein eigenes Mikrofon empfohlen – zur Not genügt auch ein Smartphone. Um den Beitrag zu produzieren, wird ein Notebook/PC empfohlen, als Audio-Bearbeitungssoftware Audacity. |
Bemerkung |
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!!!Achtung: Sie dürfen sich nur für jeweils ein Seminar pro Modulbestandteil anmelden!!! Nur so kann für eine faire Platzvergabe garantiert werden. Wer sich trotzdem für mehrere Seminare anmeldet oder einen Platz im vergangenen Semester unabgemeldet nicht in Anspruch genommen hat, wird bei der jeweils aktuellen Platzvergabe nur dann berücksichtigt, wenn noch Restplätze zur Verfügung sind. Sie dürfen sich also nur für ein Seminar innerhalb der Modulbestandteile "Creative Writing", "Theater/ Rhetorik", "Film/ Video", "Hörfunk/ Audiomedien", "Film/ Fernsehen/ Bildmedien", "Neue Medien/ Internetjournalismus" entscheiden. Achten Sie bei Ihrer Anmeldung auch auf parallel-stattfindende Seminare. Es ist unvermeidlich, dass sich an den Wochenenden Veranstaltungen überschneiden. Berücksichtigen Sie das im Vorfeld Ihrer Platz-Wahl, denn für die Praxis-Kurse gilt die Erbringung des "Nachweises über eine aktive und verpflichtende Teilnahme"! Es besteht eine Anwesenheitspflicht! |
- 教官: Tomy Brautschek
Wie klingt Kultur? Pop, Sound und ästhetische Mediendispositive
Sound ist zu einem Universalbegriff der medien- und musikwissenschaftlichen Erforschung von auditiver Kultur avanciert. Innerhalb des mittlerweile institutionalisierten Forschungsfelds der Sound Studies werden nicht nur musikalische, sondern allgemein akustische Phänomene vor dem Hintergrund ihrer kulturellen, sozialen, historischen oder medialen Bedingungen reflektiert. Dabei profitiert vor allem auch die bisher auf Analyseverfahren der Notenschrift beruhende Musikwissenschaft von einer paradigmatischen Erweiterung vom „System Ton zum System Sound“. Durch eine eher interdisziplinäre Ausrichtung auf Klangphänomene vollzieht sich sowohl eine methodologische Horizontverschiebung als auch eine diskursive Öffnung von traditionellen hin zu eher zeitgenössischen Formen der Musik. Pop und seine Soundkulturen werden zu Erkenntnisobjekten und bedienen nicht länger nur eine kulturindustrielle Manipulationsthese. Dabei sind in der musikalischen Produktionsästhetik der Pop- und Rockkultur elektroakustische Prozesse der Klanggestaltung bekanntermaßen von besonderer Signifikanz, deren medientechnische Voraussetzung wesentlich auf den weiterentwickelten Speicher-und Wiedergabemedien der Phonographie beruht. Für diese Verfahren der Tonproduktion erscheint der Sound-Begriff als durchaus programmatisch, „weil Sound das Unaufschreibbare an der Musik und unmittelbar ihre Technik ist“ (Friedrich Kittler). In diesem Seminar wollen wir in das Forschungsfeld der Sound Studies mit einschlägigen Texten einsteigen und uns zeitgenössischen Problemen und Themen der Medienkultur aus auditiver Perspektive stellen.
- 教官: Tomy Brautschek
Knalltrauma: Akustische Konflikte und Klangkörper im Krieg
Die gegenwärtige Lage in der Ukraine zeigt, dass Kriegsstrategien und (kultur-)politische Konflikte immer auch medienakustisch bedingt werden. Seien es die stimmlichen Medialisierungen der Politiker*innen durch Lautsprecheranlagen, Rundfunk und Fernsehen sowie die damit verbundene Zwangsbeschallung der Bevölkerung. Seien es Kriegslieder, die Stigmatisierung „entarteter“ Musik, Lärm als Folterinstrument oder martialische Fanfahrenstöße und Marschschritte. Auch Abhörpraktiken, Sirenen, Warnsignale, Trommelfeuer und Explosionen formen jeweils sonische Signaturen eines Krieges, wie es auch zuletzt die wachsende Bedrohungslage durch Hyperschallwaffen im Ukrainekonflikt belegt. Gleichzeitig lösen Kriege aber auch medientechnische Innovationsschübe aus und bilden nach Friedrich Kittler die „Medienbasis unserer Sinne“. So bestimmen etwa Stereo, Tonband oder Vocoder als Kriegstechnologien den rock- und popmusikalischen Sound der Vergangenheit und Gegenwart. Im Seminar wollen wir daher einen Einstieg in den Diskurs der akustischen Kriegsführung wagen und gezielt die medienkulturellen Dispositive in den Blick nehmen, die mit Gewalt in das kollektive Gedächtnis vorgerückt sind und es oft auch traumatisch besetzen.
Die Farbe des Geldes - Ästhetischer Kapitalismus in Finanz- und Wirtschaftsthrillern des Hollywoodkinos
Geld wird auch tausende Jahre nach seiner Erfindung immer noch als das Tauschmittel schlechthin gesehenen, heutzutage sogar mit einem immateriellen Wert. Man könnte sagen unser heutiges Geld ist ein Versprechen, das mit bestimmten Narrativen ausgestattet ist, damit es überhaupt funktioniert. Genau an dieser Stelle möchte das Seminar einsetzen. Die Narrative, die unsere heutige Vorstellung von Geld prägen, sind kulturell und politisch auf den globalen Kapitalismus ausgelegt. Dies wollen wir uns im Seminar gemeinsam an einer klassischen Symbiose aus Kunst und Kommerz anschauen: Dem Hollywood-Kino: Einerseits ist über die Narrative "Reichtum" und "Armut" Geld eines der meisterzählten Konfliktthemen des Hollywood-Kinos, andererseits finden kapitalismuskritische Töne (wenn überhaupt) vor allem über "menschliche Tragödien" Einzug in Hollywood-Filme. Geld selber scheint seltsam unpolitisch und amoralisch. Dabei probieren einige Filme eine Ästhetik für Bilanzen, Geld und Kapitalismus zu finden, die andere Narrative möglich macht und angestammte hinterfragt.
Das Seminar wird dafür einen ausgewählten Kanon an Finanz- und Wirtschaftsthrillern sichten, sowie einige Grundlagentexte zur globalisierten Welt, Modern Monetary Theory und ästhetischen Kapitalismus sich erarbeiten. Im besten Fall sollen die Filme uns dazu anleiten selbst theoriebildend zu sein und kritisches Potential rekonstruieren zu können.
- 教官: Maren Butte
BA- und MA-Kolloquium Butte WiSe 2022/23
Das Kolloquium bietet ein Forum für Fragen zur Abschlussarbeit. Neben der Präsentation und Diskussion von Bachelor- und Masterthemen können alle Fragen rund um die Ausarbeitung einer Abschlussarbeit besprochen werden: Themenfindung, Entwicklung einer Forschungsfrage / These / Konzept, Recherche- und Lektürepraktiken, Erstellung einer Gliederung sowie sprachliche, stilistische und formale Gestaltung. |
`Dancing in the attention factory´– Digitale (Raum-)Konzepte in Kurzvideoformat zwischen Aufmerksamkeit und Ablenkung
Im Seminar werden wir uns mit der Frage auseinandersetzen, welche Formen
Musikvideos seit Andrew Goodwins 1992 erschienenem Buch „Dancing in the
Distraction Factory: Music Television and Popular Culture“ heutzutage
annehmen und wie sie in Form von kontemporären Kurzvideoformaten, wie
sie bei TikTok oder in Form von „Reels“ bei Instagram zu finden sind,
zwischen der „distraction factory“, wie Goodwin Musikvideos und die mit
ihnen verbundenen popkulturellen Phänomene Anfang der 90er Jahre
beschrieb, und einer heutzutage vermeintlich neu aufkommenden und zu
untersuchenden „attention factory“, verorten lassen. Ein besonderer
Schwerpunkt wird hier auf verschiedenen Theorien zum Raum liegen - so
werden wir uns mit dem digitalen Raum als Möglichkeitsraum für Teilhabe,
Repräsentation, Vergemeinschaftung, kreative Gestaltung, Kunst und
Kommerz sowie als politischen Raum beschäftigen, in dem sich Körper –
tanzend oder nicht – auf mannigfaltige Weise positionieren und
darstellen sowie Raum, Zeit und Publikum für sich beanspruchen.
- 教官: Elfi Vomberg
"Das war vor Jahren" - Pop als kollektive Erinnerungsmaschine. Oral History und Citizen Science in den Medien- und Kulturwissenschaften - EXKURSION
"Das war vor Jahren" - Pop als kollektive Erinnerungsmaschine. Oral History und Citizen Science in den Medien- und Kulturwissenschaften - EXKURSION
- 教官: Maren Butte
Einführung in die Medienkulturanalyse / Ideen und Projekte: Medialität der Nähe
Die Lektüre der Texte und die gemeinsame Diskussion im zweistündigen Seminar zu den Grundlagen der Medien- und Kulturwissenschaft, wird im Seminar "Ideen und Projekte" ergänzt durch Case Studies, aktuelle Beispiele, Filme und ein eigenes gestalterisches Projekt. Im Rahmen des Seminars werden auch die Modulabschlussprüfungen konzipiert und realisiert. Diese können auch als Vorbereitung des Teamprojekts der zweiten Studienphase genutzt werden. Überthema in diesem Semester: Medialität der Nähe.
Einführung in die Ludomusicology
Die Ludomusicology ist ein Teilbereich der Game Studies, der sich mit der klanglichen Schicht von (digitalen) Spielen beschäftigt. Ihre Themenbereiche sind die Rolle von Klängen und insbesondere Musik als Designelement in Spielen, Musikspielen als Sonderform sowie (fan)kulturellen Musikpraktiken der Spielekultur. Untersucht werden zum Beispiel die Geschichte und Praxis der Vertonung digitaler Spiele (hier etwa spezifische musikalische Kompositionstechniken und die technische Implementierung von Klängen vor dem Hintergrund medienspezifischer Aspekte wie Interaktivität), die Einbindung von Musik als Gameplayelement (z.B. in Form musikalischer Puzzle oder Minispielen sowie in Musikspielen) oder die Geschichte und Praxis (orchestraler) Live-Aufführungen von Spielesoundtracks, Chiptunes oder Fansongs. Weitere Themenfelder sind Fragen nach Musik als spielerischer Praxis, dem Einsatz von Stimme und Sprache in digitalen Spielen oder dem Einfluss von sowie die gegenseitigen Wechselwirkungen zwischen digitaler Spielemusik und anderen Musik- und Medienformen.
Im Rahmen dieses Seminars werden wir uns zunächst einen Überblick über diesen gerade mal 10 Jahre alten, aber dennoch sehr breiten Forschungsbereich verschaffen. In einem zweiten Schritt werden wir einige zentrale Fragestellungen anhand von konkreten Beispielen vertiefend behandeln. Spielerische oder musikalische Vorkenntnisse sind nicht nötig.
Einführende Literatur (Beispiele)
- Austin, Michael (Hrg.) (2016). Music Video Games: Performance, Politics, and Play. New York: Bloomsbury Academic.
- Collins, Karen (2008). Game sound: An introduction to the history, theory, and practice of video game music and sound design. Cambridge, MA: MIT Press.
- Collins, Karen (2013). Playing with Sound: A Theory of Interacting with Sound and Music in Video Games. Cambridge, MA: MIT Press.
- Donnelly, Kevin; Gibbons, William & Lerner, Neil (Hrg.)(2014). Music in Video Games: Studying Play. New York: Rouledge.
- Kamp, Michiel; Summers, Tim & Sweeney, Mark (Hrg.)(2016). Ludomusicology: Approaches to Video Game Music. Sheffield: Equinox.
- McAlpine, Kenneth (2018). Bits and Pieces: A History of Chiptunes. New York: Oxford University Press.
- Miller, Kiri (2012). Playing Along: Digital Games, YouTube, and Virtual Performance. Oxford: Oxford University Press.
- Park, Hyeonjin (2020). "The Difficult, Uncomfortable, and Imperative Conversations Needed in Game Music and Sound Studies", in: Journal of Sound and Music in Games (2020) 1 (1): 87–94.
- Phillips, Winifred (2014). A Composer's Guide to Game Music. Cambridge, MA: MIT Press.
- Summers, Tim (2016). Understanding Video Game Music. Cambridge: Cambridge University Press.
- 教官: Maren Butte
Einführung MEDIEN Kopie 1
Medien können als Möglichkeitsbedingungen für Kommunikation betrachtet werden. Sie stellen bestimmte Kommunikationsmöglichkeiten her und arbeiten an dem, was kommuniziert werden kann und wird, mit. Medien sind nicht neutral und übertragen nicht einfach eine Botschaft.
Medien sind auch mehr als Dinge (der Fernseher, das Smartphone), nämlich ein Konglomerat aus Materialitäten (also auch Dingen), Techniken und Verfahren, Machtverhältnissen, Institutionen und anderem mehr, dessen Bedeutung nicht unbedingt offensichtlich ist (wäre sie dies, hätte Medienwissenschaft wenig zu tun).
Die Veranstaltung soll das Tun der Medien unter Rückgriff auf medienwissenschaftliche Texte an Beispielen verdeutlichen.
- 教官: Elfi Vomberg
Globale Bildproteste
Eine friedliche, schwarze Frau im Sommerkleid wird von Polizisten in schwerer Schutzausrüstung festgenommen. Ein Fotograf nahm die Szene in Baton Rouge auf – das Bild ging um die Welt und die #Blacklivesmatter-Bewegung war 2016 um eine Ikone reicher. Es sind einprägsame Bilder, die in den sozialen Medien kursieren und Menschen weltweit auf die Straße bringen.
Die Welt wird immer häufiger von Protestwellen erreicht, die auch globale Auswirkungen zeigen – unter den Hashtags #Metoo, #Blacklivesmatter und #FridaysforFuture versammeln sich Kollektive, die sich über soziale Medien global vernetzen. Aber welche Auswirkungen haben diese globalen Bildproteste tatsächlich? Welche Rolle spielen Bilder für Protestbewegungen weltweit? Sind sie Dokumente oder Auslöser von Protesten?