- Trainer*in: Johannes Below
Tutorium NDL Wintersemester 2024/25
Es geht um einen neuen Moodle-Kurs fürs Fachtutorium in der Neueren Deutschen Literaturwissenschaft
- Trainer*in: Philippe Roepstorff-Robiano
- Trainer*in: Julian Sprengers
BFM 2-1a /BFM 2-2a – Projektseminar Utopien und Virtualität
Tomas Morus’ Werk Utopia (De optimo rei publicae statu deque nova insula Utopia), das im Jahr 1516 in Löwen unter Mitwirkung von Erasmus von Rotterdam zuerst veröffentlicht wurde, wirkt bis heute nach. Die Wortschöpfung des u-topos, des Nicht-Ortes, an dem eine bessere Welt konzipiert werden könnte, entstand in der Renaissance, einer Zeit des sozialen und geistigen Umbruchs. In der Literatur herrschen zur gleichen Zeit eher dystopische Fiktionalitätsmodelle vor, wenn das Schiff als Symbol menschlichen Lebens von lauter Narren bevölkert ist oder Schildbürger ein ganzes Dorf übernehmen. In diesem Projektseminar werden wir auf Tuchfühlung mit dieser Utopie-Literatur gehen, indem wir in den HHU-Beständen an utopischem Schrifttum aus der Frühen Neuzeit stöbern werden. Dabei wird eingeführt werden in die Grundarbeitstechniken der Archivarbeit, um am Ende eine durch die Deutsche Digitale Bibliothek (https://pro.deutsche-digitale-bibliothek.de/) unterstützte digitale Ausstellung im VOOO-Space des Literarischen Colloquium Berlin (https://www.vooo.space/) durchzuführen. Das VOOO-Space ist ein Virtueller Raum, in dem Avatare durch Ausstellungen digitaler Objekte lustwandeln. Interessieren wird uns auch, welches Verhältnis zwischen Utopie und Virtualtiät besteht. |
- Trainer*in: Philippe Roepstorff-Robiano
BVM 2b – Tod und Sterben in der Literatur des langen 19. Jahrhunderts
Von Schauerromantik über Dantons Tod bis zu den Sonetten an Orpheus
werden wir uns in diesem Seminar die Entwicklung in der Behandlung des
Themas Tod und Sterben in der Literatur des langen 19. Jahrhundert
ansehen. Zunächst werden wir uns fragen, wie die unterschiedlichen
literarischen Gattungen mit dem Motiv Tod und Sterben umgehen. Welcher
poetologische Unterschied besteht zwischen dem Tod einer Figur im Drama
zum Besingen der toten Geliebten in der Lyrik? Welche Beziehungen bauen
historische Romane zu den Toten auf? Wann und unter welchen Umständen
entsteht der Schauerroman? Anleitend für unsere Lektüren wird dabei
stets die Frage sein, was die Genealogie in der Behandlung des Themas
uns über sich verändernde Haltungen zu Tod und Sterben im Laufe des 19.
Jahrhunderts verrät. In welchen Phasen der Literaturgeschichte des 19.
Jahrhunderts werden Tod und Sterben besonders virulent? Und wodurch
lässt sich diese Virulenz erklären? Spielen hier eher historische,
ethische oder ästhetische Faktoren eine Rolle? Können etwa Krisen des
Sprechens und Schreibens auch als Momente des Todes in der Literatur
beschreiben werden? Welche Beziehung weist Erotik und Tod im 19.
Jahrhundert auf? Welche Rolle spielt die medizinische Konzeption des
Todes für seine literarische Konzeption? Fortlaufend soll dabei die
kulturgeschichtliche These einer zunehmenden Verdrängung des Todes einer
kritischen Überprüfung unterzogen werden.
- Trainer*in: Olga Katharina Schwarz
BFM 2-1a /BFM 2-2a: Was ist Erzählen?
Erzählen gilt als ‚anthropologische Universalie‘. In jeder Kultur, in jeder Gesellschaft wird erzählt, und zwar keineswegs allein in literarischen Texten, sondern in nahezu allen Bereichen des Alltags. Erzählen konstituiert und vermittelt Wissen, ordnet und hilft auch, die Welt zu verstehen. Der Mensch hat nicht nur die Fähigkeit, an sich kontingente Erfahrungen in einer zeitlich strukturierten sinnhaften Erzählung zusammenzuschließen, sondern offensichtlich auch das Bedürfnis, dies zu tun. Erzählen ist eine Grundlage des menschlichen Zusammenlebens.
Was es im Einzelnen bedeutet ‚zu erzählen‘, dazu gibt es verschiedene Theorien. Unter Berücksichtigung unterschiedlicher Ansätze nimmt das Seminar Formen des Erzählens in den Künsten, den Wissenschaften und in der Gesellschaft in den Blick. An Beispielen aus der Lyrik, der Musik und dem Comic, aus Medizin und Psychologie und aus der Politik wird unter anderem gefragt, wie intermediales Erzählen funktioniert, unter welchen Bedingungen der Arztbrief erzählend fungiert und zu welchem Zweck mitunter in der politischen Rede erzählt wird. Begleitet wird das Seminar von drei Abendvorträgen im Haus der Universität zu aktuellen Tendenzen in der Erzählforschung.
Voraussetzung für die Teilnahme am Seminar ist die Bereitschaft zur Lektüre – auch umfangreicher – theoretischer Texte.
Zur Einstimmung empfohlen:
Martin Huber: Erzählen. In: Grundthemen der Literaturwissenschaft: Erzählen. Hg. von Martin Huber und Wolf Schmid. Berlin/Boston 2018, S. 3–11.
- Trainer*in: Olga Katharina Schwarz
BEM 2b Einführungsseminar Gattung: Barock bis Gegenwart
Anders als die „Pflanzen- oder Tierwelt” lässt sich die „‚Welt der
Literatur’”, wie der Gattungstheoretiker Rüdiger Zymner es formulierte,
„nicht so einfach und glatt auf Gattungen verteilen, denn literarische
Gattungen sind ja immer auch historisch veränderliche, hermeneutische
und theoriegeleite Konstrukte” (Zymner 2003). Nach welchen Kriterien
diese „Konstrukte” gebildet wurden und werden, wie sie sich im Laufe der
Zeit verändert haben und nicht zuletzt den Sinn und Zweck einer
Einteilung der Literatur in Gattungen, werden wir im Seminar erörtern.
Neben der Systematik und Geschichte der Großgattungen Lyrik, Dramatik
und Epik führt das Seminar anhand von lyrischen, dramatischen und
epischen Texten vom Barock bis zur Gegenwartsliteratur in die
literaturwissenschaftliche Textanalyse und -interpretation ein und
vermittelt einen Eindruck vom bis heute andauernden Spiel mit
Gattungskonventionen.
- Trainer*in: Sofie Fritz
- Trainer*in: Lisa Giacalone
- Trainer*in: Christian Heinrichs
- Trainer*in: Gian Marco Hölk
- Trainer*in: Sonja Klein
- Trainer*in: Nike Nohlen
- Trainer*in: René Fabian Rüwald
Nocthene WS 24/25
Die Schreibwerkstatt Nocthene ist eine literarische Plattform an der Heinrich Heine Universität, die vor zwölf Jahren von Studierenden und Dozierenden gemeinsam gegründet wurde. Seitdem treffen wir uns in jedem Semester mit Menschen, die sich nicht nur mit der bereits bestehenden Literatur beschäftigen, sondern auch selbst literarische Texte verfassen wollen. In den einzelnen Sitzungen diskutieren wir die von den TeilnehmerIinnen (zu wechselnd freien oder allen gestellten Oberthemen) geschriebenen Texte, experimentieren mit verschiedenen Textkomponenten (z. B. dem literarischen Dialog), Gattungen, Formen oder Schreibstilen.
Bedingungen für die Teilnahme an der Schreibwerkstatt sind:
- Interesse am und Bereitschaft zum Schreiben eigener Texte
- regelmäßige und aktive Teilnahme an den im 14-tägigen Rhythmus abgehaltenen Sitzungen (alle Termine werden in der ersten Sitzung bekannt gegeben).
Die Teilnehmerzahl ist auf 30 beschränkt. Wenn ihr an der Schreibwerkstatt teilnehmen möchtet, dann meldet euch unter Angabe eures Namens und eurer Matrikelnummer und mit einem mitgesandten, selbstverfassten Text bis zum 06. Oktober 2024 unter der Mailadresse
an.
Weitere Infos zum Projekt und zu vergangenen Schreibwerkstätten finden ihr unter www.nocthene.de.
- Trainer*in: Sonja Klein
MFM 2a/b: Kipppunkte. Literatur und Ökologie von Goethe bis Poschmann
Jena 1794: Als Goethe und Alexander von Humboldt sich zum ersten Mal begegnen, wird schnell deutlich, dass hier zwei Geistesverwandte aufeinandertreffen: Beide sind passionierte Wissenschaftler, die die Natur (neu) entdecken, analysieren und beschreiben wollen. Zugleich - und das ganz im Gegensatz zu den meisten ihrer Zeitgenoss:innen - verstehen sie die Natur auch als ein Wunder und äußerst komplexes, selbst im kleinsten Detail zusammenhängendes System, das es zu schützen gilt. Schon früh entdeckt Humboldt so die folgenreichen globalen Auswirkungen menschlicher Eingriffe in die Umwelt und spricht von dem „Menschenunfug […], der die Naturordnung stört”, während Goethe nicht müde wird, in seinen literarischen wie naturwissenschaftlichen Schriften immer wieder vor einem Umgang mit der Natur zu warnen, der nicht nur in deren Zerstörung, sondern auch in der Auslöschung des Menschen resultieren wird.
Goethes und Humboldts in vielerlei Hinsicht radikal visionäres Gedankengut ist heute aktueller denn je. Umwelt- und Klimaschutz, die Naturwissenschaften wie auch das literarische Schreiben über die Natur gründen noch immer und häufig ganz wesentlich auf Humboldts und Goethes Ansätzen. Im Seminar werden wir diesem Zusammenspiel von Ökologie, Naturverständnis und Literatur nachgehen und bis in die Gegenwart, in der sich die Frage nach einem respektvollen Umgang mit der Natur mit immer größerer Dringlichkeit stellt, nachverfolgen.
Wir lesen u. a. Texte bzw. Ausschnitte aus den Werken von Goethe, Humboldt, Hölderlin, Henry David Thoreaux, Wilhelm Raabe, Marion Poschmann, Jan Wagner, Martina Hefter
- Trainer*in: Sonja Klein
MGM 2a/b: Letzte Welten - Christoph Ransmayr
„Jeder Weg, der seinen Namen verdient, führt zugleich in die Ferne und in die Tiefe, an den Rand der Welt und in ihr Herz”, schreibt der österreichische Schriftsteller Christoph Ransmayr und bezeichnet damit nicht nur die Routen eines beständig Reisenden, sondern vor allem literarische Wege, die „ins Innere einer Geschichte führen”. Im Seminar werden wir diesen Wegen des Dichters in die österreichische Provinz, nach Tibet und Nepal, in den Monsun Sri Lankas, zu erloschenen Vulkanen und fliegenden Bergen, in die „Himmelsareale” von Anselm Kiefer, an den chinesischen Kaiserhof und die Steilküsten Irlands und in die „letzte” Welt Ovids folgen und dabei vor allem das für Ransmayrs Schreiben zentrale Motiv der Metamorphose in den Blick nehmen.